Ich war gerade 18 geworden, hatte meinen Führerschein (endlich FREI) gemacht und verlor meinen ersten Job nach gerade mal einem Jahr. Doch durch den Jobverlust ließ ich mich nicht entmutigen, da ich in Wien ja sowieso nicht mehr arbeiten wollte. Also machte ich mich gleich an dem Tag als ich von meiner Kündigung erfuhr ans Werk und suchte mir eine neue Stelle. Nach mehreren erfolglosen Bewerbungsgesprächen jedoch wurde ich fündig und bekam eine neue Stelle in einer Firma die mit dem Auto gerade mal 10 Minuten von meinem Wohnort entfernt lag. Meine neue Chefin Susi war gerade mal 6 Jahre älter als ich und immer ziemlich nett und verständnisvoll mir gegenüber. Man sollte also denken hier hatte alles seine Richtigkeit. War auch 3 Jahre lang so, dann bekamen wir ein paar neue Kollegen in der Firma welche zufälligerweise alle Susis Interesse für Pferde teilten.
Und da fingen 2 echt schlimme Jahre in meiner Firma für mich an. Sie begann sich immer mehr von meinem Kollegen Daniel und mir abzusondern und sich nur noch mit diesen „Pferdemenschen“ abzugeben. Sie entwickelten nach einer Zeit sogar eine Art eigene Sprache, echt krank das Ganze. Jedenfalls bemerkte ich je mehr sie sich mit ihren neuen Freunden abgab umso kecker und gemeiner wurde sie zu uns. Dank ihres gerade beendeten FH-Studiums bekam sie in der Firma auch noch mehr Kompetenzen zugeteilt und für sie schien die Welt nur noch ein einziger Pferdestall zu sein. Eine Besprechung in der Firma jagte die nächste, um nicht zu sagen es war an manchen Tagen ein echter Besprechungsmarathon für Sie. Das hielt Susi aber nicht davon ab, uns Tag aus Tag ein ihren stinkenden Schäfer Akko mitzubringen. Der arme Hund zählte bereits 13 Lenze und dank des schlechten Futters welches sie ihm fütterte und der mangelnden Fellpflege die sie ihm zukommen ließ stank der Köter wie eine wandelnde Müllhalde mit zugehöriger Kläranlage.

Nun ist es ja so das alte Hunde ja öfters mal ein „Geschäft“ erledigen müssen, aber das sollte unsere liebe Abteilungsleiterin Susi nicht beirren, denn in Besprechungen denkt man an solche Kleinigkeiten ja nicht. Was dem Hundchen jedoch auch noch eine besondere zusätzliche Note verlieh war sein gelegentliches Furzen (ja Hunde können das auch, ich konnt‘ es auch nicht glauben). Danach stank es in unserem 20 m³ Büro so herrlich, als ob gerade jemand einen frischen Haufen abgelegt hätte. Hab mich auch immer gewundert das Daniel bei dem Gestank nie bewusstlos geworden ist. Da nutze nämlich auch schon der Raumspray nichts mehr, welchen ich mittlerweile für solche Zwecke angeschafft hatte. Ich hatte aber solches Mitleid mit dem wehrlosen Geschöpf, dem das Pipi schon bei den Augen stand, das ich mir meistens ein Herz fasste und auch den Hund, und schnell mal den Firmenparkplatz mit ihm zu Entleerungszwecken aufsuchte. Der Dank dafür zeigte sich meistens in Susis geistigen Ergüssen darüber wie schlampig ich doch meine Arbeit mache und wie falsch das doch alles sei das ich hier leiste. Auch in der Früh glich es immer einer reinen Selbstmordabsicht Susi anzusprechen, und das obwohl sie vor halb zehn Uhr morgens nicht zu erscheinen pflegte.
Wie es aber im Leben nun mal so ist bekommt ja enderfolgs jeder das was er sich verdient, auch Susi kam nicht um diese Strafe herum. Denn als sie wieder mal eines schönen Morgens so gegen 10 Uhr (ACHTUNG ACHTUNG – neue Bestzeit) auftauchte, hatte sie dicke Lippen als ob sie vorher beim Schönheitschirurgen gewesen wäre um sich Schlauchboote machen zu lassen. In Wirklichkeit aber stellte sich heraus das sie eine Allergie hatte, wogegen wusste sie zwar selbst nicht, da ihr jedes Labor etwas anderes attestierte aber immerhin war es nun mal so. Für Daniel und mich war das aber ein gefundenes Fressen um sich in Susis Abwesenheit mal wieder so richtig einen Ast abzulachen, denn zu lachen hatten wir schon lange nicht mehr viel.
Trotz der vielen Besprechungen und Schlauchbootlippen tat das aber Susis Lust, uns mal wieder so richtig zusammenzubetonieren keinen Abbruch. Nach vielen solcher abteilungsinterner „Betonorgien“ kam wieder mal (wie jedes Jahr zuvor auch) das liebe Weihnachtsfest auf uns zu. Daniel und ich freuten uns schon auf die vielen coolen Lieferantengeschenke welche wir durch Susi immer zu der Zeit bekamen. Aber diesmal konnte man nur sagen: Weit gefehlt ! Ein Lieferantenbesuch nach dem anderen und immer tollere Geschenke nach dem anderen wanderten zu Susis neuer Pferdeclique. Irgendwann fiel es Daniel echt schwer noch seinen Mund zu halten, da wir beide das nicht ok fanden, und er sprach sie darauf an was der Grund dafür sei das sie uns nicht zuerst fragte ob wir auch etwas haben wollten. Die Antwort darauf hätte ich nicht erwartet, aber es war mal was neues, denn sowas hatte ich noch nie gehört -> WEIL IHR ES EUCH NICHT VERDIENT HABT ! Nach diesem einen Satz verließ sie die Abteilung mit den Händen voller Bonbonieren, USB-Sticks und was weiß der Teufel noch für coole Dinge und ließ Daniel und mich mit der Meldung erst mal dumm dasitzen. Wir sahen uns erst mal an, und konnten kaum glauben was sie da gerade gesagt hatte. In unser beide Augen spiegelte reiner Irrsinn wider und wir begannen erst mal hysterisch zu Lachen, weil es nach all den geleisteten Dingen in der letzten Zeit echt das Tüpfelchen auf dem sprichwörtlichen i war !
Weihnachten war erst mal wieder überstanden und auch das neue Jahr hatte schon Einzug gehalten und ich hatte schweren Herzens den Entschluss gefasst mir einen neuen Job zu suchen, da ich es neben Susi in der Abteilung kaum noch aushielt. Ihr tägliches Mobbing an mir war einfach schon nicht mehr auszuhalten und nach einem neuerlichen Streit mit Susi war mein Selbstvertrauen schon sowas von unter dem Nullpunkt angelangt, auf was sollte ich da noch warten ?! Ich also schon fleißig am Suchen nach einer neuen Stelle, als eines Morgens unsere liebe Herrin und Gebieterin in der Abteilung aufzugehen pflegte wie die sprichwörtliche Sonne am Himmel. Sie setzte sich auf Ihren Bürosessel, schaltete wie üblich ihren PC ein und der erste Satz an Daniel und mich gerichtet war: „Ich muss mit Euch reden !“ Daniel und ich warfen uns einen böses vermutenden Blick zu und mein erster Gedanke war gleich mal: Supi ,endlich gibt’s mal wieder Anschiss.
Wir setzten uns also zu Ihr an den Tisch und harrten der Dinge die da wohl kommen könnten, als sie endlich begann uns den Grund für diese „Besprechung“ mitzuteilen. Das war nämlich einer der schönsten Tage in meinem Leben …
Wir setzten uns also zu Ihr an den Tisch und harrten der Dinge die da wohl kommen könnten, als sie endlich begann uns den Grund für diese „Besprechung“ mitzuteilen. Das war nämlich einer der schönsten Tage in meinem Leben …
…. Denn sie hatte uns gerade eröffnet, da Sie das Unternehmen mit Ende des Monats verlassen werde. Ich versuchte also meinen betretensten Blick aufzusetzten den ich in meinem Repertoire hatte, und bemühte mich wirklich nicht dämlich vor lauter Freude zu grinsen. Es unglaublich, wir waren sie los geworden. Und das Beste daran war das ich meinen Job behalten konnte. Das ist einer der Tage im Jahr an welchen ich mich gerne zurückerinnere das es einen Grund zu feiern gibt
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