Sonntag, Januar 10, 2010

Kartenspielen für Anfänger

Nach Zlatko hatte ich mal 6 Jahre Abstinenz von Männern gelebt. Ich kann nicht behaupten dass das Schöne 6 Jahre waren. Ich wünsche mir nichts sehnlicher als einen Mann zu haben, der ehrlich ist, zu mir steht und mich zu 100% liebt und mir das auch zeigt. Abenteuerlustig wie ich aber nun mal bin, hab ich es nach 6 Jahren mal wieder geschafft, das sich ein Mann der mich auch optisch anspricht (oder zum damaligen Zeitpunkt gefiel ) zu mir hingezogen fühlt. Es handelte sich um meinen neuen Nachbarn Christoph Siegesreich. Wobei Christoph mir das erste halbe Jahr nachdem er neben uns eingezogen war nie wirklich aufgefallen war. Da ich ihn immer nur von der weite erblickte und er immer mit den neuesten Autos herumkutschierte war mein einziger Gedanke immer nur: Muttersöhnchen, wirst wohl auch immer fein von Mum & Dad gesponsert.

Eines schönen Spätnachmittages als meine Familie und ich uns im Garten tummelten zwecks Gartenarbeiten, quatsche Christoph den Freund meiner Mutter an. Als wir auch zur Unterhaltung hinzukamen, stellte sich heraus das Christoph uns zu einem gepflegten Abendessen in sein Haus einladen wollte um uns seine neue Freundin vorzustellen. Anna stellte sich anfangs als ganz nett heraus, aber der Zeit entpuppte sie sich immer mehr als Zicke. Sollte mich aber nicht stören, da ich ja nicht mit ihr leben musste. Dennoch freute sie sich immer mich zu sehen, da sie hier neu in der Gegend war und hier ja niemanden außer Christoph hatte. So kam es das ich immer öfters im Nebenhaus zu Besuch war, um mit Anna zu plaudern und die ein oder andere Partie Karten zu spielen. Nach und nach wollte aber Christoph immer bei unseren Kartenspielen teilnehmen und eigentlich haben uns dann auch immer ziemlich gut unterhalten und haben viel gelacht dabei. Irgendwie hatte der gute Christoph es dann man geschafft meine Mailadresse in die Griffel zu kriegen und begann mit Funmails zu schicken, welche ich nach gründlicher Durchsicht meistens zu kommentieren pflegte.

Schön langsam aber sicher wurden diese Mails dann doch auch ein bisschen anstößig aber ich fand sie trotzdem immer unterhaltsam und wir schrieben uns auf dieser Grundlage dann immer ziemlich anrüchige Dinge. Damals war ich ja noch nicht im Bewusstsein das der Typ schon ganz andere Absichten im Kopf hatte und machte also gute Miene zum Bösen Spiel. Als wir mal eines Abends wieder in seinem Haus zum Kartenspielen zu dritt beisammen saßen hatte Christoph eine krasse Idee, wie man dem Spiel mal mehr „Reiz“ verleihen könnte. Die Idee bestand darin das der Verlierer einer Partie ein Kleidungsstück ausziehen musste. Bei mir begannen zwar innerlich die Alarmglocken schon zu schrillen, aber naiv wie ich nun mal so bin machte ich mit. Man will ja schließlich kein Spielverderber sein, außerdem war ich mir durch meine jahrelange Kartenspielpraxis gewiss, dass ich ohnehin nicht verlieren könne. Die Runden vergingen und ich lag gut im Rennen, Christoph und Anna waren schon beide halb entkleidet als ich noch immer kein einziges Kleidungsstück abgelegt hatte. Mann fand ich das komisch, und dachte mir: Die 2 Spakos steck ich doch locker in die Tasche.

Der tatsächliche Verlierer dieser ganzen Partien war dann Anna, und als Christoph darauf bestand sie solle jetzt doch endlich vor uns ihr T-Shirt ausziehen (da es das letzte Kleidungsstück war welches sie noch anhatte) meinte ich dann doch etwas befangen dass es nicht zwingend nötig wäre. Gewonnen hatte ich das Spiel dann wirklich und wieder hatte Christoph eine Idee der Marke „Spitzenklasse“. Er war der Meinung das er die „glückliche Gewinnerin“ küssen sollte, das wäre ja dann ich gewesen …. Aber irgendwas sagte mir: Mädl jetzt wird’s ernst, pass jetzt bloß auf. Ich verneinte dies dann vor seiner Freundin, da ich das Gefühl hatte es wäre nicht richtig und außerdem hatte ich den Eindruck sie fand das alles auch nicht mehr so in Ordnung wie er es gerne hätte. Da ich ja wegen meiner Grippe noch im Krankenstand war und auch schon dementsprechend müde beschloss ich also die zwei vermeintlich Verliebten sich selbst zu überlassen und ging nach Hause pennen.


Man solls ja nicht glauben aber ich lag dann die halbe Nacht wach und versuchte mir vorzustellen das es vielleicht ja doch ganz erquickend gewesen wäre Christoph zu küssen, da er einen relativ sinnlichen Eindruck auf mich machte. Ich kämpfte zwar immer wieder mit meinem doch leisen Gewissen wie meine sonderbaren Gelüste mit Annas Präsenz zu vereinbaren seien, aber schließlich entschied ich mich nach all dem umhergegrüble Christoph in der Früh wenn seine Freundin das Haus verlassen hatte um zur Arbeit zu fahren per SMS zu schreiben ich hätte mich doch anders entschieden und wolle mir nun meinen „Gewinn“ abholen kommen. Als hätte er ja schon darauf gewartet kam auch prompt die Antwort zurück ich möge mich dich in 5 Minuten zu Ihm begeben, er würde ich schon erwarten. Ich war aufgeregt wie ein dämlicher 14-jähriger Teenager und machte mich auf dem Weg zu seinem Haus. Die Tür öffnete sich schon als ich gerade mal die erste Treppenstufe betrat und auch Christoph war die Aufregung über meinen Besuch anzusehen. Was ich ziemlich unterhaltsam fand, da ich in dem Moment eher neugierig auf den Kuss war. Ich legte also mal eine dicke Winterjacke ab und stellte ich genau ihm gegenüber, und das so knapp wie möglich.
Es fühlte sich so gut an mal wieder ganz sanft geküsst zu werden und dabei auch noch zu bemerken das der Andere mindestens genauso aufgeregt ist wie man selbst. Belustigt darüber da ich Christoph so ins Staunen versetzen konnte dadurch dass ich meine Meinung doch noch geändert hatte, trollte ich mich wieder nach Hause in mein Bettchen.

In weiser Voraussicht auf Christophs Mitteilungsbedürfnis aber ließ ich meinen Computer nebenbei laufen und eine Stunde nachdem er in der Arbeit angelangt war flatter schon wieder sein erstes Mail in meine Mailbox. Nach elends langem hin und her Geschreibe stellte sich nun also auch noch heraus, dass der Mann noch versauter war als ich dachte. Er hatte nämlich den Wunsch geäußert dass seine Freundin und er sich einen Dreier mit mir wünschten. Da war ich erst mal sprachlos, und ich kann euch sagen, das passiert mir nur sehr selten. Ich hörte wie mein Gewissen, welches ich bis dahin gefesselt und geknebelt in die hinterste Ecke meines Kopfes verbannt hatte, laut schreien ich möge doch nun bitte endlich wieder zur Vernunft kommen. Also erklärte ich ihm dass ich für solche Schweinereien nun mal nicht abkömmlich wäre. Er seinerseits spielte mir dann aber den gefühlvollen Hosenscheißer vor und begann mich zu beknien das er aber nicht wollte das unsere ach so tolle Freundschaft jetzt wegen so einem Mist draufginge.



Als Gutmensch der ich auch zu der Zeit noch war redete ich mir ein, dass ich das ganze nun ja wieder ganz einfach vergessen könne. Doch dank Christophs nicht endend wollender zweideutiger Mails und meiner immer noch vorhandenen Neugier wie sich ein Mensch der schon so gut küssen konnte wohl im Bett anstellen möge, schaffte er es mich doch glatt noch zu einigen weiteren heimlichen Treffen zu überreden. Ich gewöhnte mich dann auch schließlich schon so sehr daran, wenigstens ein bisschen Aufmerksamkeit und Interesse durch seine Mails zu erhalten, das jedes Wochenende für mich zur Qual wurde, weil es da nun mal keine Nachrichten von ihm gab und sehnte somit jedes Mal den nächsten Montag herbei. Aber auch hier machte sich nach einem Jahr auf und ab (gelegentlich bekam er nämlich einen Anfall von Moralapostel und stellte ein Ende unserer Affäre in Aussicht) nun mal wieder bemerkbar, was für ungenügsame Schweine Männer doch sein können. Denn er begann immer öfters den Wunsch zu äußern dass er gerne einen Dreier mit mir und einem Freund von ihm machen würde. Das konnte ich ihm zwar immer wieder noch ausreden, da ich mich total vor sowas ekle aber es ließ ihm keine Ruhe und er nervte mich immer weiter mit seinen perfiden Sexvorstellungen. Mit der Zeit bemerkte er, das er bei mir jetzt wohl einen Punkt erreicht zu haben schien, wo einfach nichts Neues mehr aus mir herauszuholen war. So endete also auch diese seltsame Liasson mit einem verkappten Pornodarsteller. Ich befand nach nunmehr 2 bewegten Jahren hin und hers (er konnte sich ja nicht entscheiden ob er nochmal mit mir in die Kisten hüpfen sollte oder sich doch lieber mal wieder um was Neues umsehen sollte, neben seiner Freundin Anna natürlich) das es für mich an der Zeit war es jetzt endlich dabei zu belassen und meldete mich auch nicht mehr bei Christoph und er sich auch nicht mehr bei mir. Auch July war der Meinung das es besser so für mich wäre da mich dadurch ja nur für eine ernsthafte Beziehung mit einem ordentlichen Mann blockieren würde. Ich fand da hatte sie auch recht.





Um aber noch mal auf den lieben Christoph zurückzukommen möchte ich hier noch feststellen, wie sehr man sich auf die Worte eines Mannes verlassen konnte. Er erwähnte nämlich bei jeder Gelegenheit wie sehr es ihm fern liege noch ein zweites Mal im Leben so dämlich zu sein und den Fehler einer Heirat zu begehen. Er hat heuer seine heißgeliebte Anna geehelicht, bleibt mir also nur noch zu sagen: Alles Gute für die Beiden *ggggg* Aus einer guten Quelle weiß ich, er ist nach wie vor auf der Suche nach einem kompetenten Betthäschen für nebenbei, der brave Ehemann ;-)

Engelchen od.Teufelchen? & Doppelt hält am Besten? - Teil 4

by July

Die Wochen vergingen wie im Flug und wirklich jeder fieberte den Ferien entgegen: die Lehrer waren froh wenn wir ihnen unseren nervtötenden, gelangweilten Anblick über den Sommer ersparen würden, die Eltern waren froh wenn wir ohne Hiobsbotschaften wie „Ich hab ein klitzekleines unwichtiges Problem: nur noch eine Verwarnung, dann bekomme ich einen Schulverweis“ nach Hause kamen (was bei mir des öfteren der Fall war da ich gerne an meinen Haaren herumexperimentiere, was nun in einer „seriösen Wirtschaftsschule“ wirklich nicht ging). Doch zu den strahlenden Gewinnern der glücklichen Momenten gehörten wohl wir Schüler:... mit einer Ausnahme: ICH!!! Immerhin hatte ich es – so kurz vor den Ferien – geschafft mich selbst zu bestrafen indem ich mir eine eigens auferlegte Lernsession mit meiner ganz „speziellen Freundin“ verordnet hatte. Ich hasste Mathe, aber noch mehr hasste ich sie und ihren dämlichen „Ich-bin-so-klug – K.L.U.K.-Blick“ (Zitat Homer Simpson) wenn sie mir – der größten Rechenniete des Universums versuchte Mathe beizubringen. Die Wochen vergingen für jeden wie im Fluge... für alle anderen... ich hingegen kam mir vor als befände ich mich in einer Zwangsjacke und wäre hilflos wie ein Schaf während meine „charmante“ Nachhilfe dümmlich grinsend auf mich herab blickt....


Außerdem konnte ich mich nun nicht mal mehr auf meinen ach sooooo romantischen Philosophen verlassen, bei dem ich mich wohlfühlte und so sein konnte wie ich war. Denn er hatte sich urplötzlich „aus dem Staub gemacht“ oder nennen wir es mal so: er verlangte nach nicht mal 1 Monate Beziehung „mehr Freirraum“ (ohne mir das natürlich persönlich zu sagen). Anstatt dessen erhielt ich wieder seine dümmlichen sms (die ich nun gar nicht mehr romantisch sondern nur noch nervig fand):


"Ich kann die Gefühle für dich nicht in Worte fassen. Du bist mehr als ich verdiene.“ (wow, ich dachte dass ein Multinationaler Konzern – in dem er seine Ausbildung machte – seine Mitarbeiter besser entlohnt aber gut, da hab ich mich wohl geirrt)



oder etwa “Ich bin unwürdig an deiner Seite weilen zu dürfen.“

(tja: tatsächlich wäre es SEHR schön, WENN du denn mal an „meiner Seite weilen“ würdest... das hatte nämlich zu diesem Zeitpunkt echten Seltenheitswert)


Aber der ungekrönte König der wörtlichen Ergüsse meines – nicht mehr ganz so treuen – Gefährten war:

"Welch großartige Ereignisse in meinem früheren Dasein ließen mir die Ehre deiner Anwesenheit im Hier und jetzt zu Teil werden?“

(und ich persönlich zweifelte langsam wirklich an meinem Verstand und fragte mich: Lieber Gott, was hab ICH VERBROCHEN, dass ich ausgerechnet an DICH geraten bin??? WAS?? Und blickte dabei hilfesuchend in den Himmel.)


Die Zeit verging dann doch schneller als ich dachte... was vor allem an Natalie und ihren aufbauenden Worten – betreffend des Lernnazis aber auch betreffend meines kiffenden Philosophen Alexander – lag und ich hatte es tatsächlich geschafft die Endjahresprüfung in Mathematik auf ne glatte 2 zu machen (wie ich das geschafft habe ist bis mir bis heute ein Rätsel und gehört wohl zu den ungelösten Rätseln dieser Welt... „Akte X“ lässt grüßen J ). Zur Feier des Tages – und um mich auf andere Gedanken zu bringen – lud ich „meine Mädels“ zu einem spontanen „Schule ist aus – JUHUUU-Cocktail“ ein. Leider gab es – in der Provinz die ich als mein Zuhause bezeichne – nicht viele Möglichkeiten und so entschieden wir uns für ein Lokal welches auch gleichzeitig ein Billiardelokal war. Dort angekommen traute ich meinen Augen nicht. Da stand mein lieber „Herr Freund aka >>Would-like-to-be-Legolas<<“ mit einer dürren, brünetten Barbiepuppe die dümmlich vor sich hingrinste weil Reden wohl ihre geistigen Kapazitäten überschreiten würde und himmelte ihn – MEINEN FREUND – an als wäre er das beste Geschenk das Mami und Papi ihr jemals gemacht hätten. Ich kannte sie nicht, aber im Grunde war mir auch egal wer sie war. Die Körpersprache der beiden verriet eindeutig wie sie zueinander standen. Während mein Gesicht alle Farben annahm: weiß wie die Wand vor Entsetzten, grün weil mir beim Anblick dieser hässlichen Kuh schlecht wurde und schließlich knallrot vor Zorn schmiedete ich schnell einen Plan. Doch just in dem Moment als ich loslegen wollte taucht noch jemand andres mit drei randvoll gefüllten Gläsern am Billiardetisch auf, eine Art zweiter Legolas, nur hübscher, kerniger, männlicher ....



... als er meinen wütenden, ungläubigen Blick spürte (und das muss er wohl, denn er konnte mich nicht sehen weil er mit dem Rücken zu mir stand) drehte er sich langsam um und war seinerseits entsetzt.


Wie eine wild gewordene Furie... ja beinahe... ein Monster raffte ich all meine psychischen und physischen Kapazitäten zusammen und ging in Richtung des Billiardetisches wo es gleich ein Gemetzel geben sollte (verbal versteht sich natürlich). Ich tobte und wollte soeben Alexander klein anblaffen als mir ein kleines Detail auffiel: wer von beiden war denn eigentlich „meeeeeiiiin Schaaaaaaaatz“??? Die beiden waren von dieser Frage – die ich ihnen stellte – vermutlich genauso überrascht wie ich von der Tatsache dass es sie wirklich gab: die „Testversion“ des Legolas und die „1.1. verbesserte, sympathischere und kernigere Version“ davon. Wobei ich mich fragte was so schwer daran: sie müssten doch eigentlich wissen wer nun wer war (Alexander und Mario)? Als ich keine Antwort bekam schrie ich nur laut: „Ihr seid doch total kranke Arschlöcher die nie eine Frau abbekommen werdet weil ihr dafür nicht gut genug bestückt seid.“ Wütend stampfte ich – unter den belustigten Blicken meiner Freundinnen – davon und raste die Treppe runter raus aus dem Lokal. Hinter mir hörte ich jemanden schreien: „July warte, das ist nicht so wie du denkst. Es tut mir so leid. Ich wollte das nicht. Er hat mich erpresst.“ Verwundert drehte ich mich um und sah Mario, den Zwillingsbruder von Alexander, wie sich nach 2 Std. Gesprächen und etlichen Cocktails herausstellte. Dieses Schwein (Alexander) hat seinem Bruder eine größere Summe Geld geliehen. Dieser (Mario) konnte es nicht sofort zurückzahlen und wollte nicht dass die Eltern etwas erfahren. Dann hat Alexander mich kennen gelernt. Als der „Reiz des Neuen“ vorbei war hat mein lieber „Herr Freund“ beschlossen mich noch nicht abzuschießen: man weiß ja schließlich nie was nachkommt. Anstatt dessen hat er Mario damit erpresst den Eltern alles über dieses leidige Geldthema zu verraten wenn er nicht mitspielte. Er sollte sich „um mich kümmern“ so lange der feine Herr Linuxius nicht sicher war was er genau mit mir machen sollte. Mario fand mich von Anfang an sympathisch, hatte aber ein schlechtes Gewissen und immer wieder mal so Andeutungen gemacht die ich erst aber jetzt verstand („Du kennst mich nicht wirklich so wie du denkst“ oder „Du solltest mal den REST meiner Familie kennenlernen“ ...wobei das in meinen Ohren immer eher wie eine Drohung der Mafia klang). Ich war jedenfalls froh dass es aus und vorbei war. Dieses Buch wurde für immer geschlossen! Alexander habe ich seither nie wieder gesehen und darüber bin ich sehr dankbar. Mit Mario hingegen verbindet mich auch noch heute eine gute Freundschaft... obwohl ich mich trotz allem immer noch frage: wie oft hab ich ihn und nicht Alexander geküsst ohne es zu merken?


Engelchen od. Teufelchen? & Doppelt hält am Besten? - Teil 3

by July

Name:

Caroline Barockengel-Vaticanic

Kurzbeschreibung:

hübschester Streber der Welt (zumindest in ihrem Universum)

persönlicher Song:

Weird Al Yankovic – Fat/ Link: http://www.youtube.com/watch?v=fqz1ojIQTBk

Ich war 16 und nicht gerade scharf darauf in die Schule zu gehen. Mal ehrlich, wer wollte „sich bilden“ lassen wenn draußen das Wetter ein Traum war (Sommer, Sonne, Sonnenschein!), die Jungs oder ein spezieller „Legolasverschnitt“ (der die Sonne und alles menschliche tunlichst vermied) auf meine Aufmerksamkeit "baute" während ich meine ersten Schritte auf „feindlichem Boden“ (das unbekannte Wesen Mann) machte. Doch ich konnte meine Verpflichtungen nun mal einfach nicht loswerden. Immerhin ich war auf einer „Wirtschaftsfachschule“ (was meine Eltern auch nie vergaßen zu betonen: du bist privilegiert....bla...bla...bla...gähn) und mich stets davon zu überzeugen versuchten, dass „...eine solide Ausbildung das „A“ und „“O“ im Leben eines jungen Menschen ist“ und dass ich nach ihren Regeln spielen musste wenn ich daran dachte auch nur IRGENDWANN den Führerschein zu machen. Aber immerhin: dort (Schule) gab es auch Jungs.... genauso wie die selbstverliebten „hübschen“ Strebermädels (wohlgemerkt nur hübsch in ihrem kleinen Paralleluniversum in dem sie uneingeschränkten Herrscherinnen waren und zu dem „normalen Menschen“ der Zutritt leider verwehrt war). Natürlich gibt es auch Ausnahmen (zum Glück) aber diese eine "spezielle Freundin" gehörte definitiv nicht dazu. Eine davon machte mir das Leben richtig schwer.... und wenn ich SCHWER sage, dann meine ich schwer! Es gibt sich doch überall: die unbeliebten „Freiwillig-mehr-Hausaufgaben-Macher“, die einem zu Lebzeiten vorführten wie die Hölle aussehen mochte, neben den du dir winziger als die kleinste Ameise vorkamst. Alles was du zu wissen gedacht hattest war plötzlich weg und zurück blieb....eine peinliche, gähnende Leere und Gestammel wenn die „nette“ Frau Lehrerin dich im Unterricht aufrief, begleitet vom dümmlichen Grinsen DIESER einen Person der du jeden Pickel ins Gesicht gewünscht hattes den du dir ausmalen konntest. Gemein ist es hierbei natürlich wenn er/sie – nennen wir es „das Streberlein“ - dabei auch noch richtig gut aussah bzw. über eine übermenschliche Form von Selbstbeherrschung und gekonntem Auftreten verfügte, dann gibt es nichts mehr was du noch tun kannst um neben ihm/ihr nicht wie eine komplett geisteskranke Irre zu erscheinen. Doch ich hatte dieses Mal das Glück auf meiner Seite: Intelligenz alleine ist eben doch nicht alles...ha! Manchmal spiegelt sich die Persönlichkeit eines „Streberleins“ ja in seinem/ihren Äußeren (und ich weiß wovon ich rede, da ich mal Teil dieser fragwürdigen Gruppierung war bis ich in einem spontanen Anfall geistiger Klarheit die Flucht ergriff um mich neu zu „erfinden“... Frankenstein lässt grüßen). Tja und sie war das Beispiel dafür:



hässlich wäre noch ein Lob gewesen! Schlicht gesagt: sie war ein hässliches Entlein, die es aber immerhin schaffte mir schlaflose Nächte zu bereiten.... und das ist jetzt bitte schön ohne jeden anzüglichen Hintergedanken gemeint ;-)

Es war wieder einer dieser Tage – kurz vor Schulschluss – wo jeder normale Mensch nach dem letzten Läuten der Schulglocke hinaus stürmte, sich aufs Fahrrad schwang und mit einem Affentempo in Richtung Badesee bewegte. Es sei denn man war eine Niete in Mathe: wie ich! Hätte es ein Fach wie „Billig und gut reisen“, „Partyorganisation“ oder „Feste feiern“ gegeben: ich wäre die ungekrönte Königin gewesen... doch Mathe... und zu allem übel wurde ich von meiner Lehrerin auch noch dazu verdonnert mit IHR zu lernen... meinem persönlichen Feindbild Nr.1... der Frau die man schon auf 10-Meter-Entfernung roch und die dich mit diesem herablassenden Blick anblickte bei dem du dich immer gefragt hast: „Woher nimmt die bloß das Selbstvertrauen“? Na wenigstens konnte ich auf meinen kiffenden Philosophen bauen der ja – wie ich damals gaaaaanz naiv dachte – so romantisch ist wenn er wieder einer seiner philosophischen Weisheiten von sich gab. Verliebtheit macht blind? Nein, stimmt leider nicht, es raubt dir den letzten Gramm Verstand und du bist dumm wie Brot (ich bin da mein eigenes Forschungsobjekt und kann auf jahrelange Erfahrung zurückblicken ;-) ). Komisch war nur in letzter Zeit, dass er mir jedes Mal anders vorkam wenn ich ihn traf. Einmal war er der wunderhübsche, sensible, aufmerksame Traum meiner schlaflosen Nächte der eine angenehme Ruhe ausstrahlte, ein anderes Mal war er der philosophische, kiffende „Gnom“ der seinem „Double“ optisch nicht im Geringsten hinterher kam. Die anfängliche Begeisterung die er mir bzw. unseren Treffen gegenüber hervorbrachte ebbte auch langsam aber sicher ab. Woran das wohl lag? Dies ging sogar so weit, dass er mir eines Tages sogar 5 Minuten vor einem Treffen absagte und gar nicht auftauchte. Wieder war ich ein wenig säuerlich und beschloss meinem größten Hobby nachzugehen und ganz nebenbei meinen Frust mit dem Anblick anderer hübscher Männer zu bekämpfen......



...ich war also am Weg in die Staatsoper um mir ein Ballett anzuschauen... (was habt ihr denn gedacht :-) ??). Ich hatte ja bereits in den letzten Wochen so ein flaues Gefühl im Magen beim Gedanken an Alexander... wie sehr ich damit Recht haben sollte war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewußt... frei nach dem Motto: „Ein Unglück kommt selten allein“.


Natalie würde sich jedenfalls – was die Schule und meine „ganz spezielle Freundin“ betraf – kaum einbekommen vor Lachen wenn sie wüsste was mir in den nächsten 2 Wochen bevorstand. Was Alexander betraf würde sie mir wieder beweisen, dass wir die besten Freundinnen sind und sie in jeder Situation zu mir hielt... Fortsetzung folgt ;-)

Willkommen in der Welt der Arbeit



Ich war gerade 18 geworden, hatte meinen Führerschein (endlich FREI) gemacht und verlor meinen ersten Job nach gerade mal einem Jahr. Doch durch den Jobverlust ließ ich mich nicht entmutigen, da ich in Wien ja sowieso nicht mehr arbeiten wollte. Also machte ich mich gleich an dem Tag als ich von meiner Kündigung erfuhr ans Werk und suchte mir eine neue Stelle. Nach mehreren erfolglosen Bewerbungsgesprächen jedoch wurde ich fündig und bekam eine neue Stelle in einer Firma die mit dem Auto gerade mal 10 Minuten von meinem Wohnort entfernt lag. Meine neue Chefin Susi war gerade mal 6 Jahre älter als ich und immer ziemlich nett und verständnisvoll mir gegenüber. Man sollte also denken hier hatte alles seine Richtigkeit. War auch 3 Jahre lang so, dann bekamen wir ein paar neue Kollegen in der Firma welche zufälligerweise alle Susis Interesse für Pferde teilten.


Und da fingen 2 echt schlimme Jahre in meiner Firma für mich an. Sie begann sich immer mehr von meinem Kollegen Daniel und mir abzusondern und sich nur noch mit diesen „Pferdemenschen“ abzugeben. Sie entwickelten nach einer Zeit sogar eine Art eigene Sprache, echt krank das Ganze. Jedenfalls bemerkte ich je mehr sie sich mit ihren neuen Freunden abgab umso kecker und gemeiner wurde sie zu uns. Dank ihres gerade beendeten FH-Studiums bekam sie in der Firma auch noch mehr Kompetenzen zugeteilt und für sie schien die Welt nur noch ein einziger Pferdestall zu sein. Eine Besprechung in der Firma jagte die nächste, um nicht zu sagen es war an manchen Tagen ein echter Besprechungsmarathon für Sie. Das hielt Susi aber nicht davon ab, uns Tag aus Tag ein ihren stinkenden Schäfer Akko mitzubringen. Der arme Hund zählte bereits 13 Lenze und dank des schlechten Futters welches sie ihm fütterte und der mangelnden Fellpflege die sie ihm zukommen ließ stank der Köter wie eine wandelnde Müllhalde mit zugehöriger Kläranlage.

Nun ist es ja so das alte Hunde ja öfters mal ein „Geschäft“ erledigen müssen, aber das sollte unsere liebe Abteilungsleiterin Susi nicht beirren, denn in Besprechungen denkt man an solche Kleinigkeiten ja nicht. Was dem Hundchen jedoch auch noch eine besondere zusätzliche Note verlieh war sein gelegentliches Furzen (ja Hunde können das auch, ich konnt‘ es auch nicht glauben). Danach stank es in unserem 20 m³ Büro so herrlich, als ob gerade jemand einen frischen Haufen abgelegt hätte. Hab mich auch immer gewundert das Daniel bei dem Gestank nie bewusstlos geworden ist. Da nutze nämlich auch schon der Raumspray nichts mehr, welchen ich mittlerweile für solche Zwecke angeschafft hatte. Ich hatte aber solches Mitleid mit dem wehrlosen Geschöpf, dem das Pipi schon bei den Augen stand, das ich mir meistens ein Herz fasste und auch den Hund, und schnell mal den Firmenparkplatz mit ihm zu Entleerungszwecken aufsuchte. Der Dank dafür zeigte sich meistens in Susis geistigen Ergüssen darüber wie schlampig ich doch meine Arbeit mache und wie falsch das doch alles sei das ich hier leiste. Auch in der Früh glich es immer einer reinen Selbstmordabsicht Susi anzusprechen, und das obwohl sie vor halb zehn Uhr morgens nicht zu erscheinen pflegte.

Wie es aber im Leben nun mal so ist bekommt ja enderfolgs jeder das was er sich verdient, auch Susi kam nicht um diese Strafe herum. Denn als sie wieder mal eines schönen Morgens so gegen 10 Uhr (ACHTUNG ACHTUNG – neue Bestzeit) auftauchte, hatte sie dicke Lippen als ob sie vorher beim Schönheitschirurgen gewesen wäre um sich Schlauchboote machen zu lassen. In Wirklichkeit aber stellte sich heraus das sie eine Allergie hatte, wogegen wusste sie zwar selbst nicht, da ihr jedes Labor etwas anderes attestierte aber immerhin war es nun mal so. Für Daniel und mich war das aber ein gefundenes Fressen um sich in Susis Abwesenheit mal wieder so richtig einen Ast abzulachen, denn zu lachen hatten wir schon lange nicht mehr viel.
Trotz der vielen Besprechungen und Schlauchbootlippen tat das aber Susis Lust, uns mal wieder so richtig zusammenzubetonieren keinen Abbruch. Nach vielen solcher abteilungsinterner „Betonorgien“ kam wieder mal (wie jedes Jahr zuvor auch) das liebe Weihnachtsfest auf uns zu. Daniel und ich freuten uns schon auf die vielen coolen Lieferantengeschenke welche wir durch Susi immer zu der Zeit bekamen. Aber diesmal konnte man nur sagen: Weit gefehlt ! Ein Lieferantenbesuch nach dem anderen und immer tollere Geschenke nach dem anderen wanderten zu Susis neuer Pferdeclique. Irgendwann fiel es Daniel echt schwer noch seinen Mund zu halten, da wir beide das nicht ok fanden, und er sprach sie darauf an was der Grund dafür sei das sie uns nicht zuerst fragte ob wir auch etwas haben wollten. Die Antwort darauf hätte ich nicht erwartet, aber es war mal was neues, denn sowas hatte ich noch nie gehört -> WEIL IHR ES EUCH NICHT VERDIENT HABT ! Nach diesem einen Satz verließ sie die Abteilung mit den Händen voller Bonbonieren, USB-Sticks und was weiß der Teufel noch für coole Dinge und ließ Daniel und mich mit der Meldung erst mal dumm dasitzen. Wir sahen uns erst mal an, und konnten kaum glauben was sie da gerade gesagt hatte. In unser beide Augen spiegelte reiner Irrsinn wider und wir begannen erst mal hysterisch zu Lachen, weil es nach all den geleisteten Dingen in der letzten Zeit echt das Tüpfelchen auf dem sprichwörtlichen i war !
Weihnachten war erst mal wieder überstanden und auch das neue Jahr hatte schon Einzug gehalten und ich hatte schweren Herzens den Entschluss gefasst mir einen neuen Job zu suchen, da ich es neben Susi in der Abteilung kaum noch aushielt. Ihr tägliches Mobbing an mir war einfach schon nicht mehr auszuhalten und nach einem neuerlichen Streit mit Susi war mein Selbstvertrauen schon sowas von unter dem Nullpunkt angelangt, auf was sollte ich da noch warten ?! Ich also schon fleißig am Suchen nach einer neuen Stelle, als eines Morgens unsere liebe Herrin und Gebieterin in der Abteilung aufzugehen pflegte wie die sprichwörtliche Sonne am Himmel. Sie setzte sich auf Ihren Bürosessel, schaltete wie üblich ihren PC ein und der erste Satz an Daniel und mich gerichtet war: „Ich muss mit Euch reden !“ Daniel und ich warfen uns einen böses vermutenden Blick zu und mein erster Gedanke war gleich mal: Supi ,endlich gibt’s mal wieder Anschiss.
Wir setzten uns also zu Ihr an den Tisch und harrten der Dinge die da wohl kommen könnten, als sie endlich begann uns den Grund für diese „Besprechung“ mitzuteilen. Das war nämlich einer der schönsten Tage in meinem Leben …


…. Denn sie hatte uns gerade eröffnet, da Sie das Unternehmen mit Ende des Monats verlassen werde. Ich versuchte also meinen betretensten Blick aufzusetzten den ich in meinem Repertoire hatte, und bemühte mich wirklich nicht dämlich vor lauter Freude zu grinsen. Es unglaublich, wir waren sie los geworden. Und das Beste daran war das ich meinen Job behalten konnte. Das ist einer der Tage im Jahr an welchen ich mich gerne zurückerinnere das es einen Grund zu feiern gibt