Eines schönen Spätnachmittages als meine Familie und ich uns im Garten tummelten zwecks Gartenarbeiten, quatsche Christoph den Freund meiner Mutter an. Als wir auch zur Unterhaltung hinzukamen, stellte sich heraus das Christoph uns zu einem gepflegten Abendessen in sein Haus einladen wollte um uns seine neue Freundin vorzustellen. Anna stellte sich anfangs als ganz nett heraus, aber der Zeit entpuppte sie sich immer mehr als Zicke. Sollte mich aber nicht stören, da ich ja nicht mit ihr leben musste. Dennoch freute sie sich immer mich zu sehen, da sie hier neu in der Gegend war und hier ja niemanden außer Christoph hatte. So kam es das ich immer öfters im Nebenhaus zu Besuch war, um mit Anna zu plaudern und die ein oder andere Partie Karten zu spielen. Nach und nach wollte aber Christoph immer bei unseren Kartenspielen teilnehmen und eigentlich haben uns dann auch immer ziemlich gut unterhalten und haben viel gelacht dabei. Irgendwie hatte der gute Christoph es dann man geschafft meine Mailadresse in die Griffel zu kriegen und begann mit Funmails zu schicken, welche ich nach gründlicher Durchsicht meistens zu kommentieren pflegte.
Schön langsam aber sicher wurden diese Mails dann doch auch ein bisschen anstößig aber ich fand sie trotzdem immer unterhaltsam und wir schrieben uns auf dieser Grundlage dann immer ziemlich anrüchige Dinge. Damals war ich ja noch nicht im Bewusstsein das der Typ schon ganz andere Absichten im Kopf hatte und machte also gute Miene zum Bösen Spiel. Als wir mal eines Abends wieder in seinem Haus zum Kartenspielen zu dritt beisammen saßen hatte Christoph eine krasse Idee, wie man dem Spiel mal mehr „Reiz“ verleihen könnte. Die Idee bestand darin das der Verlierer einer Partie ein Kleidungsstück ausziehen musste. Bei mir begannen zwar innerlich die Alarmglocken schon zu schrillen, aber naiv wie ich nun mal so bin machte ich mit. Man will ja schließlich kein Spielverderber sein, außerdem war ich mir durch meine jahrelange Kartenspielpraxis gewiss, dass ich ohnehin nicht verlieren könne. Die Runden vergingen und ich lag gut im Rennen, Christoph und Anna waren schon beide halb entkleidet als ich noch immer kein einziges Kleidungsstück abgelegt hatte. Mann fand ich das komisch, und dachte mir: Die 2 Spakos steck ich doch locker in die Tasche.
Der tatsächliche Verlierer dieser ganzen Partien war dann Anna, und als Christoph darauf bestand sie solle jetzt doch endlich vor uns ihr T-Shirt ausziehen (da es das letzte Kleidungsstück war welches sie noch anhatte) meinte ich dann doch etwas befangen dass es nicht zwingend nötig wäre. Gewonnen hatte ich das Spiel dann wirklich und wieder hatte Christoph eine Idee der Marke „Spitzenklasse“. Er war der Meinung das er die „glückliche Gewinnerin“ küssen sollte, das wäre ja dann ich gewesen …. Aber irgendwas sagte mir: Mädl jetzt wird’s ernst, pass jetzt bloß auf. Ich verneinte dies dann vor seiner Freundin, da ich das Gefühl hatte es wäre nicht richtig und außerdem hatte ich den Eindruck sie fand das alles auch nicht mehr so in Ordnung wie er es gerne hätte. Da ich ja wegen meiner Grippe noch im Krankenstand war und auch schon dementsprechend müde beschloss ich also die zwei vermeintlich Verliebten sich selbst zu überlassen und ging nach Hause pennen.

Man solls ja nicht glauben aber ich lag dann die halbe Nacht wach und versuchte mir vorzustellen das es vielleicht ja doch ganz erquickend gewesen wäre Christoph zu küssen, da er einen relativ sinnlichen Eindruck auf mich machte. Ich kämpfte zwar immer wieder mit meinem doch leisen Gewissen wie meine sonderbaren Gelüste mit Annas Präsenz zu vereinbaren seien, aber schließlich entschied ich mich nach all dem umhergegrüble Christoph in der Früh wenn seine Freundin das Haus verlassen hatte um zur Arbeit zu fahren per SMS zu schreiben ich hätte mich doch anders entschieden und wolle mir nun meinen „Gewinn“ abholen kommen. Als hätte er ja schon darauf gewartet kam auch prompt die Antwort zurück ich möge mich dich in 5 Minuten zu Ihm begeben, er würde ich schon erwarten. Ich war aufgeregt wie ein dämlicher 14-jähriger Teenager und machte mich auf dem Weg zu seinem Haus. Die Tür öffnete sich schon als ich gerade mal die erste Treppenstufe betrat und auch Christoph war die Aufregung über meinen Besuch anzusehen. Was ich ziemlich unterhaltsam fand, da ich in dem Moment eher neugierig auf den Kuss war. Ich legte also mal eine dicke Winterjacke ab und stellte ich genau ihm gegenüber, und das so knapp wie möglich.
Es fühlte sich so gut an mal wieder ganz sanft geküsst zu werden und dabei auch noch zu bemerken das der Andere mindestens genauso aufgeregt ist wie man selbst. Belustigt darüber da ich Christoph so ins Staunen versetzen konnte dadurch dass ich meine Meinung doch noch geändert hatte, trollte ich mich wieder nach Hause in mein Bettchen.

Um aber noch mal auf den lieben Christoph zurückzukommen möchte ich hier noch feststellen, wie sehr man sich auf die Worte eines Mannes verlassen konnte. Er erwähnte nämlich bei jeder Gelegenheit wie sehr es ihm fern liege noch ein zweites Mal im Leben so dämlich zu sein und den Fehler einer Heirat zu begehen. Er hat heuer seine heißgeliebte Anna geehelicht, bleibt mir also nur noch zu sagen: Alles Gute für die Beiden *ggggg* Aus einer guten Quelle weiß ich, er ist nach wie vor auf der Suche nach einem kompetenten Betthäschen für nebenbei, der brave Ehemann ;-)





